Ausnahmeweine bei Ausnahmewetter
Wenn wir Ende August 2025 die Trauben hätten lesen können, wäre dieser Jahrgangsbericht deutlich kürzer geworden. Im Grunde genommen hätten drei Wörter genügt: „Keine besonderen Vorkommnisse.“
Denn bis zu diesem Zeitpunkt lief alles nach Plan. Der Austrieb war normal. Es gab weder Spätfrost noch Trockenstress. Die gute, gleichmäßige Wasserversorgung und das nötige Quantum an Sonne hatten die Beeren wunderbar gedeihen und reifen lassen. Es war eine Freude, Ende August durch die Weinberge zu gehen – überall perfekte Trauben.
Wir erwarteten eine frühe Lese. Womit wir nicht rechneten, war eine Ernte, die unter Extrembedingungen stattfand. Der Grund: Im September setzte eine Regenfront ein, wie es sie seit Beginn der regelmäßigen Messungen 1881 nur selten gegeben hatte. In manchen Lagen fielen bis zu 200 Liter Niederschlag pro Quadratmeter – üblich sind 60 Liter im Monat.
Damit begann ein Wettlauf gegen die Uhr. Alle Trauben mussten eigentlich gleichzeitig gelesen werden, um zu verhindern, dass Fäulnis sich ausbreitete. Doch das allein genügte nicht. Für unsere Premiumqualitäten mussten wir penibel selektieren. Dabei verfuhren wir nach der bewährten Devise der Bischöflichen Weingüter Trier: Hohe Qualität ist wichtiger als hohe Erträge.
Dennoch ist die Menge bei Riesling und den Burgundersorten zufriedenstellend. Das rasante Tempo bei der Lese – bereits am 7. Oktober waren alle Rebstöcke abgeerntet – hatte Schlimmes verhindert. Im Scharzhofberg ließen wir einige edelfaule Trauben bis zum 15. und 16. Oktober hängen. Der Lohn der Mühen: Aus dieser Spitzenlage wird es wieder eine Beerenauslese und eine Trockenbeerenauslese geben.
Doch auch die Gutsweine und Kabinette überzeugen. Die Qualität dieses Jahrgangs ist durch die Bank sehr gut. So hat sich am Ende der hohe Einsatz im September und Oktober, bei denen unsere Helfer im Weinberg an ihre körperlichen Grenzen gingen, ausgezahlt. Der 2025er ist ein Jahrgang, der bereits jetzt eine Menge verspricht.